Mariendistel

Pflanze im Januar

Pflanze: Silybum marianum (L.) Gaertn.
Familie: Korbblütler (Asteraceae = Compositae)

Die bis zu 150 cm hoch wachsende, distelartige Pflanze besitzt große, glänzend grüne, buchtig gelappte Blätter mit dornigem Rand und sind vor allem entlang der Nervatur charakteristisch weiß marmoriert. Die großen, endständigen, meist rotvioletten Blütenköpfe besitzen zurückgebogene, mit einem Dorn versehene Hüllkelchblätter. Die kleinen eiförmigen Früchte tragen einen vielstrahligen, silbrigen Pappus.
Medizinisch verwendet werden die vom Pappus befreiten Früchte

Herkunft

Die Mariendistel ist in Südeuropa, Kleinasien, Südrußland und Nordafrika zuhause.

Wichtige Importländer sind Argentinien, Rumänien, Ungarn und China.

Anwendung

*Vorbeugung und Behandlung toxischer Leberschäden

  • unterstützende Behandlung akuter und chronischer Leberentzündungen
  • unterstützende Behandlung von Leberzirrhose oder Fettleber
  • Verdauungsbeschwerden

Die leberschützenden Eigenschaften der Mariendistelfrüchte sind gut untersucht. Das wirksame Prinzip ist ein Gemisch verschiedener Flavonolignane, das als Silymarin bezeichnet wird und als Hauptbestandteil Silibinin enthält. Silymarin schützt die Leberzellen indem es die Zellmembran so verändert, dass Zellgifte nicht in die Zelle gelangen können, zudem besitzt es eine neutralisierende Wirkung auf freie Radikale und antioxidative Eigenschaften. Außerdem wird die Regeneration der Leber durch Steigerung der Proteinsynthese gefördert. Daher eignen sich Zubereitungen zur Vorbeugung und Behandlung toxischer Leberschäden, z.B. durch Alkohol, Chlorkohlenwasserstoffen sowie zur unterstützenden Therapie chronisch-entzündlicher Lebererkrankungen wie Hepatitiden, Leberzirrhose und Fettleber. Die wichtigste therapeutische Maßnahme besteht aber trotzdem in der Vermeidung der Lebergifte (s. Hinweis). Bei chronischen Leberkerkrankungen ist meist eine Anwendung über längere Zeit erforderlich. Bei Vergiftungen durch Knollenblätterpilze kann die rechtzeitige Anwendung eines parenteral zu verabreichenden Produktes lebensrettend sein.
Die Teezubereitung enthält kaum Silymarin, da es nur schwer wasserlöslich ist. Trotzdem sind Mariendistelfrüchte häufig Bestandteil von Leber-Gallen-Tees und werden zur Behandlung von Verdauungsbeschwerden verwendet..
Die Wirksamkeit von Zubereitungen aus dem Mariendistelkraut ist nicht belegt. Daher wird eine Verwendung nicht empfohlen.

Dosierung

Tee:

Die leberschützenden Wirkstoffe sind kaum wasserlöslich, so dass die Teezubereitung vermutlich wirkungslos ist. Zur Behandlung von Verdauungsbeschwerden: Ca. 3,5 g (etwa 1 Teelöffel) zerkleinerter Mariendistelfrüchte werden mit 150 ml kochendem Wasser übergossen und nach 10 bis 15 Minuten abgeseiht. 3 bis 4 mal täglich eine Tasse trinken.

Zubereitungen:

Fertigpräparate bestehen meist aus Trockenextrakten, die mit polaren, lipophilen Lösungsmitteln, z.B. Ethylacetat gewonnen wurden. Die Tagesdosis beträgt 200 mg bis 400mg Silymarin bzw. berechnet als Silibinin. Für die Qualität der Produkte ist das Herstellungsverfahren und die Art der Darreichungsform entscheidend.

Zubereitungen:

Es gibt zahlreiche Fertigpräparate, die einen auf Silymarin bzw. Silibinin standardisierten Gesamtextrakt enthalten.
Mariendistelfr üchte sind auch Bestandteil einiger Leber- und Gallentees.

Hinweise

  • Nicht anwenden bei Überempfindlichkeit gegenüber Mariendistel!
  • Bei Allergien gegenüber anderen Pflanzen aus der Asteraceenfamilie kann eine Kreuzreaktion nicht ausgeschlossen werden.
  • Nicht anwenden während Stillzeit und bei Kindern unter 12 Jahren!
  • Zur Sicherheit bei diesen Personengruppen liegen keine Erkenntnisse vor. Während der Schwangerschaft nicht ohne ärztlichen Rat einnehmen.
  • Bei akuten Beschwerden, die länger als eine Woche dauern oder die immer wiederkehren, sollte ein Arzt aufgesucht werden!
  • Ein Arztbesuch ist umgehend erforderlich, wenn Zeichen einer Gelbsucht (Gelbfärbung der Haut und/oder des Augenweiß) auftreten oder eine schwere Beeinträchtigung des Allgemeinbefindens (Müdigkeit, Abgeschlagenheit) vorliegt.
  • Die wichtigste Maßnahme bei toxischen Leberschäden besteht in der kompletten Vermeidung der leberschädigenden Ursache, z.B. Alkohol!
  • Bei bestimmungsgemäßem Gebrauch sind keine Nebenwirkungen oder Risiken bekannt.
  • Vereinzelt wirken Mariendistelzubereitungen leicht abführend.